Unternehmensberatung für Fachmedien

Juni 8, 2012

Axel Bartholomäus, Karl-Heinz Behrens und Georg Blum haben zusammen die Beratungsgesellschaft „MediaValuePartners“ gegründet. Künftig möchten die drei Medienexperten Verlage bei der Sicherstellung von profitablem Wachstum in den publizistischen Kerngeschäften unterstützen. Gemäß ihrer Philosophie reichen dabei im Kontext der Digitalisierung von Medien und Kommunikation klassische Methoden wie Prozessoptimierung  und Kostensenkung nicht mehr aus.

Weitere Informationen: www.mediavaluepartners.de

Weitere Artikel zu ähnlichen Themen:

Marktübersicht: Consulting für B2B-Medien


Bisnode: Exklusiv-Interview mit Peter Villa

September 24, 2010
Peter Villa, Regional Director DACH und Business Area Director Product Information bei der Bisnode Business Information Group, im exklusiven Gespräch mit BusinessMediaBlog.com.

Peter Villa, Regional Director DACH und Business Area Director Product Information bei der Bisnode Business Information Group

Markus Caspari:
Stichwort „Business Information“. PriceWaterhouseCoopers hat im Juli 2010 eine Studie zum „B2B publishing business model“ veröffentlicht.

Demnach liegt die prognostizierte Wachstumsrate für die Business Information Branche von 2010 bis 2014 bei nur 3,2% pro Jahr. 

Was unternimmt das Bisnode-Management, um stärker zu wachsen als der Markt?

Peter Villa:
„Der Markt für Wirtschaftsinformationen unterscheidet sich in Europa sehr stark vom globalen Markt und innerhalb der einzelnen europäischen Länder wiederum sehr stark von Land zu Land. Es gibt sehr unterschiedliche Studien zur globalen oder europäischen Marktentwicklung, die man alle mit großer Zurückhaltung bewerten sollte. Bisnode selbst geht für seinen europäischen Markt von etwas höheren jährlichen Wachstumsraten aus und hat natürlich das Ziel, wie auch schon in der Vergangenheit, stärker als der Markt zu wachsen. Wie erreichen wir das? Zum einen durch anhaltende Innovationen innerhalb unserer Gruppe, um verstärkt organisch zu wachsen – bei bestehenden und bei neuen Kunden. Zum anderen wird Bisnode auch weiterhin durch Zukäufe wachsen, sofern sie in unser Portfolio passen.

In Deutschland erweitern wir beispielsweise konsequent unser Angebot bei Wirtschaftsauskünften: Neben internationalen Auskünften, die über D&B vertrieben werden, bieten wir seit einiger Zeit auch Auskünfte speziell für Selbständige und Kleinunternehmen via Hoppenstedt CreditCheck an. Und in diesem Jahr haben wir Hoppenstedt360 gestartet, das Auskünfte für mittelständische und große Unternehmen anbietet. Hier wollen wir vom Gesamtmarkt für Bonitäts- und Risikoauskünfte ein deutlich größeres Stück vom Kuchen erobern.“

Markus Caspari:
Stichwort “Directory Advertising”. Alibaba.com hat bereits vor einiger Zeit angekündigt, sein Engagement in Europa zu forcieren und hat dazu bereits in 2009 eine Niederlassung in London eröffnet und möchte nun auch in Deutschland bekannter werden. (Quelle: Internet World Business vom 23.11.2009).

Bereitet Ihnen das Kopfschmerzen im Hinblick auf Ihre noch recht neue Beteiligung „Wer liefert was?“?

Peter Villa:
„Wir haben neue Mitbewerber auf dem Markt für Lieferanten- suchmaschinen natürlich sehr genau im Auge. Aber auch hier gilt: Jeder europäische Markt, also jedes Land, funktioniert anders. Für ausländische und vor allem außereuropäische Player ist es schwer, in diesen Märkten Fuß zu fassen. Das merken wir umgekehrt auch bei den Auslandsiederlassungen von „Wer liefert was?“, die sich den spezifischen Erfordernissen in Osteuropa, der Schweiz oder Österreich anpassen und damit erfolgreich sind. In Deutschland haben unsere Produkt- und Lieferantensuchmaschinen, allen voran natürlich WLW, aber auch ABConline oder SEiBT, einen immensen Vorsprung bei Datenqualität und Datenumfang, aber auch beim Verständnis des Marktes und der Kunden. Und wir verbessern natürlich unser Produkt immer weiter – gerade erst hat der EADP, der europäische Verband der Verzeichnismedienanbieter, „Wer liefert was?“ für seine neue semantische Suche ausgezeichnet.

Ich will damit nicht sagen, dass es für einen neuen Player unmöglich wäre, ein Geschäft in Deutschland aufzubauen – aber man muss sehr viel Zeit, Kapital und Manpower einsetzen, um dahin zu kommen, wo wir heute sind. Und wir bleiben nicht stehen.“

Markus Caspari:
Wo sehen Sie den USP von „Wer liefert was?“ im Vergleich zum amerikanischen Marktführer Business.com und zum bereits erwähnten Marktführer in China, Alibaba.com?

Peter Villa:
„Zum einen natürlich bei der Qualität, der Tiefe und Aktualität der Suchergebnisse, die diese Anbieter nicht bieten. Wir investieren jedes Jahr Millionen in die Pflege und Ausbau der Datenbasis sowie die Weiterentwicklung der Lieferantensuchmaschine selbst. Dazu kommen natürlich die Markenbekanntheit, die Erfahrung und ganz wichtig, die Innovationskraft von „Wer liefert was?“. Vor allem aber: Unser Produktangebot ist speziell auf die Bedürfnisse unserer Zielgruppen zugeschnitten – sowohl von der Nutzer- als auch der Kundenseite her. Und das schätzen Nutzer wie Kunden. Unternehmen suchen bei „Wer liefert was?“ nach Anbietern, die die beste Gesamtlösung anbieten können. Es ist auch kein Rubriken-Linkverzeichnis wie Business.com oder eine Auktionsplattform, wo das günstigste Gebot entscheidet. Lieferzeiten, Qualität oder Zuverlässigkeit spielen bei der Beschaffung im B-to-B eine wichtige Rolle und sind meist wichtiger als der Preis. Aus diesem Grund haben Unternehmen die Möglichkeit, Informationen in Form von elektronischen Katalogen, News in Form von PDFs, Zusatztexte und auch Onlinevideos in ihren Firmeneinträgen zu integrieren.“

Markus Caspari:  
Dr. Bernd Buchholz, CEO Gruner + Jahr, hat in verschiedenen Interviews geäußert, das Gruner & Jahr darüber nachdenkt, in neue Geschäftsfelder vorzustoßen.

Siehe dazu auch die Artikel auf BusinessMediaBlog.com:
Digital Business Information
Dr. Bernd Buchholz + Business Information = Professional Publishing
Professional Publishing: Neues Geschäftsfeld für Gruner + Jahr?

Interessant waren z.B. folgende Aussagen von Dr. Bernd Buchholz:
“[…] Zum Beispiel das “Professional Publishing“, das in den nächsten zwei bis fünf Jahren gar zum Kerngeschäft avancieren soll. Professional Publishing beinhaltet B-to-B Geschäfte mit Fachinformationen, Datenbanken, Messen und Marketing-Dienstleistungen. […]“
(Quelle: HORIZONT, Ausgabe 36/2009 vom 03. September 2009) sowie

 „[…] Signifikantes Wachstum verspricht sich Buchholz aber von einem völlig neuen Geschäftsfeld: Professional Publishing. Es geht um Fachinformationen auf Basis Datenbank-gestützter Informationssysteme. Buchholz nennt die Firma WGSN, die Informationen über Mode (Stoffqualitäten, Shop-Tests Fabrikationsweisen) Abnehmern für fünfstellige Summen anbietet. […]“.
(Quelle: FR Online vom 5. September 2009).

Weiterhin soll Gruner + Jahr soll laut der Fachzeitschrift „Kontakter“ 14/2010 vom 6. April 2010, Seite 22, besonders Business Information Anbieter aus Großbritannien auf seiner Wunschliste haben, zu denen die Unternehmen ICIS von Reed Business Information und auch Teile der Wilmington Group gehören sollen, wobei Reed Elsevier die Gerüchte laut „Kontakter“ zurückweist.

Falls den Ankündigungen Taten folgen würden, würde Gruner + Jahr damit zum direkten Wettbewerber von Bisnode forcieren. Außerdem würden attraktive Übernahmeziele für Bisnode womöglich teurer, da sich zwangsläufig die Kaufpreise für solche Unternehmen im M&A Prozess erhöhen würden, sobald potentiellen Verkäufern weitere Exit-Kanäle (sprich mehr potentielle Käufer) zur Verfügung hätten.

Wie beurteilen Sie die geschilderte Situation? Besorgt sie das angekündigte Engagement von Gruner & Jahr?

Peter Villa:
„Dieses angekündigte Engagement beunruhigt uns nicht. Der Markt für Wirtschaftsinformationen ist traditionell sehr stark fragmentiert und befindet sich seit längerem in einer Konsolidierungsphase. Wir begrüßen gerne weitere aktive Player im Markt. Gerade der Bereich Fachinformationen ist sehr groß und diversifiziert und überschneidet sich nur begrenzt mit den Kerngeschäftsfeldern von Bisnode. Vieles davon ist dem Bereich wissenschaftliche Fachinformationen zuzurechnen, der von Bisnode nicht besetzt wird. Und Bisnode hat in der Vergangenheit bei Zukäufen immer sehr bewusst agiert: Unsere Gruppe kauft nur dann zu, wenn es strategisch sinnvoll ist und der Preis fair ist. Beispielsweise haben wir Ende 2009 RAAD Research in Münster gekauft, um unser Portfolio im Wirtschaftsinformationsbereich auszubauen.“

Markus Caspari:
Wird Bisnode auch künftig ein so aktives Beteiligungsmanagement wie in den letzten 24 Monaten betreiben oder rechnen Sie kurz- und mittelfristig mit einer Abkühlung der M&A Aktivitäten bei Bisnode? Wird also künftig eher das organische Wachstum und die Konsolidierung neuer Akquisition im Vordergrund stehen?

Peter Villa:
„Langfristig wird Bisnode aus beiden Quellen heraus wachsen, also organisch und durch Zukäufe. Wir sondieren kontinuierlich den Markt nach attraktiven Investments. Aber wie schon oben ausgeführt: Objekt und Preis müssen stimmen und die Zukäufe müssen sich sinnvoll integrieren lassen, Synergiepotenzial haben und weiteres organisches Wachstum anregen. Aus diesem Grund hat sich Bisnode auch im letzten Jahr von einigen kleineren Beteiligungen getrennt, die nicht zum Kerngeschäft gehören oder keine langfristige Wachstumsperspektive hatten. Wir unternehmen in der ganzen Gruppe große Anstrengungen, um Synergien und organisches Wachstum zu forcieren.“

Markus Caspari:
Business Information Märkte (Financial, Marketing & Industry Information) sind sehr heterogen – nicht nur im Hinblick auf die einzelnen Segmente und Geschäftsmodelle, sondern insbesondere auch auf Länderebene. Inwieweit lassen sich trotzdem Synergien zwischen den Business Units der einzelnen Länder realisieren?

Peter Villa:
„Es gibt Bereiche, die ein begrenztes Potenzial für internationale Synergien aufweisen, beispielsweise Daten. Internationale Daten vertreiben wir vorwiegend über unsere Tochter D&B in deren internationalem Netzwerk, aber auch zunehmend über andere Angebote. Innerhalb eines Landes lassen sich gerade auf der Datenebene jedoch enorme Synergien realisieren. Auch die Produkte und Kundenanforderungen unterscheiden sich sehr stark von Land zu Land – weshalb wir auch mit fast 100 Marken innerhalb der Gruppe an die Märkte gehen. Wir bieten in jedem Land maßgeschneiderte Lösungen an.

Sehr viele internationale Synergien ergeben sich aber bei Investitionen in Geschäftsmodelle und die Technik hinter den Produkten. So rollen wir beispielsweise Produkte für Wirtschaftsauskünfte in mehreren europäischen Ländern aus. Marken, Produktausprägungen und rechtliche Aspekte unterscheiden sich, aber viele Entwicklungen im Hintergrund finden nur einmal statt – vom Business Plan über die Back-Office-Anwendungen bis hin zum Gründgerüst für die iPhone App. Der Synergieeffekt kommt auch durch den Wissenstransfer: Wenn Sie für etwas in einem Land drei Anläufe brauchen, können Sie sich die Fehler beim nächsten Mal sparen. Deswegen vernetzen wir unsere Mitarbeiter immer stärker über Firmen- und Ländergrenzen hinweg und „exportieren“ erfolgreiche Geschäftsprozesse innerhalb unserer Gruppe.“

Markus Caspari:
Vielen Dank für das Gespräch.

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B2B Publishing: Studie zur Zukunft von Fachmedien

August 8, 2010

Die Zukunft des B2B Publishing ist Thema der sehr guten Studie „From paper to platform: transforming the B2B publishing business model. Outlook for B2B publishing in the digital age“ von PriceWaterhouseCoopers.

Die Studie untersucht die Entwicklung des Marktes für Fachinformationen (Business Information Publishing) aus drei Perspektiven: Aus der Sicht der Nutzer (Business Professionals), der Werbetreibenden und der Verlage und leitet Handlungsempfehlungen für Fachverlage ab. Differenziert wird außerdem nach den Ländern USA, Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Für die Studie wurden mehr als 200 Konsumenten und zahlreiche Experten befragt. Ergänzt werden die Ergebnisse durch umfangreiche quantitative Marktanalysen und Prognosen. Auf dem Markt für Fachinformationen dürften bis 2014 die Umsätze durchschnittlich um 2,6 Prozent pro Jahr wachsen.

Die Autoren definieren in ihrer Untersuchung „B2B publishing“ Märkte wie folgt: 

1. Business Information
2. Directories
3. Trade magazines
4. Professional books

Der Bereich Directories findet bei der Studie allerdings keine Berücksichtigung.

Speziell auf dem deutschen Markt für Fachinformationen ist in den nächsten zwei Jahren kaum Wachstum zu erwarten. Dies gilt jedoch nicht für alle Segmente. Wachsen werden zumindest die Umsätze im digitalen Bereich: Für Onlinewerbung bei Fachmedien erwartet PwC bis zum Jahr 2014 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 24,1 Prozent.

Erstmalig werden die digitalen Werbeerlöse die rückläufigen Print-Werbeerlöse im Jahr 2011 kompensieren. Auch die digitalen Werbeerlöse der Verzeichnismedien werden mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 17,8 Prozent überdurchschnittlich stark steigen und die Rückgänge in den Printmedien ausgleichen.

Fachverlage sind aufgrund des Strukturwandels durch die anhaltende Digitalisierung gefordert, traditionelle Geschäftsmodelle zu überdenken und neue Angebots- und Vertriebsmöglichkeiten zu entwickeln. Im Zuge der Veröffentlichung elektronischer Lesegeräte (Kindle, Sony Reader & Co.) und Tablets wie dem iPad eröffnen sich für Fachmedien neue Erlöspotenziale. Parallel dazu drängen Nischenanbieter auf den Markt, die aufgrund niedriger Markteintrittsbarrieren und schlanker Organisationsstrukturen qualitativ hochwertige Informationsdienste anbieten können.

Aber auch die internen Prozesse der Verlage stehen zur Disposition: Im Zuge der Wirtschaftskrise haben zahlreiche Medienunternehmen ihre internen Strukturen überprüft und über Kostensenkungsprogramme verlagsinterne Prozesse standardisiert und verschlankt. Viele Mitarbeiter stehen jetzt vor der Aufgabe, sich mit ihrer Arbeitswelt zu wandeln und neuen Tätigkeiten zu übernehmen.

Für Fachverlage dürfte die größte Herausforderung der nächsten Jahre jedoch darin liegen, sich schneller an ie Anforderungen und Gewohnheiten der Nutzer anzupassen. Business Professionals erwarten verstärkt Unterstützung in ihren Arbeitsprozessen – unabhängig von der Medienform und angepasst an die individuellen Bedürfnisse in der jeweiligen Arbeitssituation. Für B2B Publisher bedeutet dies, sich von reinen Inhalte-Lieferanten zu Dienstleistern zu wandeln.

Weitere wichtige Punkte aus der Studie:

  • Von  den erwähnten Best Cases sind insbesondere die üblichen Beispiele IDG und GlobalSpec zu nennen.
  • Noch wichtiger als bislang ist das richtige Personal, das mit den neuen Herausforderungen umgehen kann.
  • 50% der Business Professionals besuchen mindestens einmal je Woche Online-Fachmedien
  • Messbarkeit wird für Werbetreibende im B2B-Umfeld immer wichtiger.
  • Führende B2B Publisher erwirtschaften bereits etwa 40 bis 50% ihre Umstätze online. Vermutlich ist hier unter anderem auch wieder IDG gemeint.
  • Reine „Verweisinhalte“ werden durch das Internet untergraben, bisherige Wertschöpfungsketten werden disaggregiert.
  • Nur „rich and executable“ content ist ein Mehrwert für Business Professionals
  • Integration von Inhalte in Software wird für Business Information Anbieter zunehmend wichtiger, dazu zählen maßgeschneiderte Software-Pakete die firmenspezifische Inhalte wie z.B. Rechts- oder Finanzinformationen liefern.
  • Durch das Inernet erhalten Publisher noch genauerer Informationen über ihre Zielgruppen. Dieses Zielgruppen Know how sollte für Lead Generation genutzt werden, weil das für Werbetreibende besonder wertvoll ist.

Quelle: PriceWaterHouseCoopers, PDF der Studie zum Download

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B2B Medienunternehmen aus USA: Umsätze in 2009

Mai 3, 2010

Im Jahr 2009 waren die Umsätze der B2B Medienunternehmen in den USA rückläufig. Die Print-Umsätze sanken um durchschnittlich 24,0% im Vergleich zu 2008. Die Umsätze mit Veranstaltungen & Kongressen sind um 15,8% gesunken. Selbst die Online-Umsätze waren rückläufig, allerdings nur um 3,0% verglichen mit dem Vorjahr.

Die durchschnittliche Umsatzverteilung eines B2B Medienunternehmens in den USA sah in 2009 wie folgt aus:

  • Veranstaltungen & Kongresse: 45,0%
  • Print: 35,9%
  • Digital: 19,1%

Im Vergleich dazu einmal die Zahlen des Deutschen Fachverlages, Fankfurt, die am 27. April 2010 veröffentlicht wurden und die sich im Vergleich zum Durchschnitt anderer deutscher Fachverlage (Anzeigenerlöse in 2009 sanken um 24,3%) sehen lassen können.

  • Gesamtumsatz: 123,0 Millionen EUR (-9,4% im Vergleich zu 2008)
  • Anzeigenumsätze: 76,2 Millionen EUR (-16,3%),  Umsatzanteil 62,0%
  • Veranstaltungen, Seminare: 8,8 Millionen EUR (+ 49,2%),  Umsatzanteil  7,2%
  • Online-Angebote: 6,0 Millionen EUR (+11,1%), Umsatzanteil 4,9%

Quellen: American Business Media; Deutscher Fachverlag; Werbeträgerstatistik Vertriebsunion Meynen

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Mergers & Acquisitions (M&A) im 1. Quartal 2010

Mai 2, 2010

Der Markt für Mergers & Acquisitions (M&A) hat sich im 1. Quartal 2010 weiter erholt, nachdem er Ende 2008 bis Mitte 2009 stark eingebrochen war. JEGI, ein Anbieter von Investment Banking Dienstleistungen aus New York, beobachtet und analysiert dazu regelmäßig zehn Marktsegmente, wovon hier auszugsweise drei vorgstellt werden:

Sektor „b2b online media & technology“

Mit 36 Transkationen und einem Gesamtwert von 407 Millonen US-$ gehört dieser Sektor zu einem der aktivsten im ersten Quartal 2010. Es dominierten vor allem kleine Transaktionen mit einem durchschnittlichen Deal-Volumen von 11 Millionen US-$. Größere Transaktionen waren der Kauf von Mochi Media, einem Anbieter von Online-Gaming Tools, durch Shanda Games für 80 Millionen US-$. Zudem kaufte AOL die Online Video Plattform StudioNow für 36,5 Millonen US-$.

Sektor „business-to-business media“

Die Anzahl der Transaktionen im Bereich Business Media hat im ersten Quartal 2010 im Vergleich zu Q1 2009 stark zugenommen, unter anderem da Reed Elsevier weiterhin Titel von Reed Business Information in den USA verkauft. Darüber hinaus haben viele weitere globale Unternehmen ihre B2B Medien abgestoßen. So verkaufte Nielsen seine „Retail and Travel Groups“.

Private Equity Unternehmen sind wieder zurück als Käufer von B2B Medienunternehmen:

  • Seguin Partners kauften CFO von „The Economist Group“
  • Canon Communications/Apprise Media (unterstützt durch Spectrum Equity) kauften Assets von Reed Business Information USA (RBI-US)
  • Media Source (unterstützt durch Riverside) kauften Medien von RBI-US
  • Sandow Media (unterstützt durch Veronis Suhler Stevenson) kauften Assets von RBI-US
  • NorthStar Travel Media (unterstützt durch Boston Ventures) kaufen die Travel Group von Nielsen Business Media

Sektor „database and information services“

In Q1 2010 waren es in diesem Sektor ingesamt 21 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 3,2$ Milliarden US-$ verglichen mit nur sieben Deals in Q1 2009 mit einem Gesamtwert von 79 Millionen US-$. Nennenswerte Übernahmen waren z.B. MSCIs Akquisition der RiskMetrics Group für 1,6 Milliarden US-$, CCMPs Akquisiton von InfoGroup für 635 Millionen US-$ und außerdem der Kauf der Burton Group durch Gartner. Die durchschnittliche Transaktionshöhe im Sektor „Database and information services“ betrug 150 Millonen US-$.

Quelle: Pressemeldung Jordan, Edmiston Group, Inc. (JEGI)

Weitere Artikel zu Mergers & Acquisitiones (M&A):

Weitere Informationen:
Der CorporateFinanceBlog.de beschäftigt sich mit Corporate Finance, Private Equity im Allgemeinen, Venture Capital im Speziellen und mit Mergers & Acquisitions (M&A).

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B2B Marketing Manager & B2B-Medien

Dezember 20, 2009

Die Mediabudgets der B2B Marketing Manager verändern sich. Webcasts, Whitepaper und virtuelle Events gewinnen im B2B Marketing Management ebenso wie Investitionen in Corporate Websites und SEM an Bedeutung. „Media Business“ geht in einem Artikel der Frage nach, ob B2B-Medien wirklich wissen was B2B Marketer eigentlich wünschen und zitiert dazu renommierte Marketing Manager, Media Buyer und Medienmanager.

Der generelle Trend: B2B Marketing Manager in den USA achten derzeit noch stärker als je zuvor auf den Return on Investment (ROI) und wünschen sich von Fachmedien mehr Innovationen: neben virtuellen Veranstaltungen stehen Webcasts und das Thema Lead Generation im Allgemeinen ganz oben auf der Wunschliste.

Bei Leads wird jedoch weniger als in der Vergangenheit auf die Quantität geachtet, sondern man hat gerlent und jetzt steht die Qualität ganz klar im Fokus: die Leads sollen zu Verkäufen führen. Die Kennziffer „Anzahl der Leads“ ist daher sekundär. Ähnlich wie im B2C Marketing rückt somit quasi die Bedeutung des „Cost per Order“ (CPO) stärker ins Zentrum. Ob das richtig ist steht meines Erachtens auf einem anderen Blatt. Denn Effekte die auf  Branding bzw.  Marken-Awareness einzahlen werden dadurch komplett vernachlässigt; ein großer Fehler. Die Messbarkeit im Online-Marketing verleitet gerne dazu alles zu messen was messbar ist – ohne das zu hinterfragen.

Ein im Artikel zitierter Marketer bringt die aktuellen Bedürfnisse im B2B Marketing  auf den Punkt. Man fokussiere sich derzeit auf taktische und nicht auf strategische Maßnahmen. Man wolle unmittelbare Ergebnisse und zwar nicht im nächsten Quartal sondern unverzüglich.

Auch wenn die Konjunktur im kommenden Jahr vermutlich wieder etwas anzieht, wird die B2B-Kommunikation nachhaltig verändert bleiben. Zwar werden die Gesamtbudgets wieder wachsen, die Allokation der Budgets und Ressouren wird jedoch verändert bleiben.

Geht es nach dem oben genannten Artikel, sind die Konsequenzen und Handlungsoptionen für B2B-Medienunternehmen eindeutig: Fachmedien dürfen sich weder als „Online Content Companies“ noch als „Crossmedia Content Companies“ definieren. Die Ansätze der Fachmedien müssen vielmehr darüber hinaus gehen und ihr tiefes Zielgruppenverständnis dafür nutzen, vielfältige Marketing Services zu entwickeln. Im Printsegment wurde das bei  vielen Medienunternehmen schon mit Corporate Publishing und klassischem Direktmarketing getan. Neben Online gewinnen die Themen CRM und Business Intelligence und damit verbundene Services an Bedeutung.

Ein bekannter Branchenanalyst formuliert es so: Wenn B2B Marketing Manager in Websites investieren, dann müssen die B2B-Medienunternehmen eben entsprechende Services anbieten. Thomas Publishing bietet z.B. die Entwicklung von E-Commerce Sites für Marketing Manager aus der Industrie an.

Der Artikel und die Beispiele sind grundsätzlich sehr gut, aber sie greifen jedoch noch zu kurz und verleiten zu falschen Annahmen. Bei der Entwicklung von neuen Online-Produkten und webbasierten Geschäftsmodellen im B2B-Umfeld muss zunächst immer unterschieden werden, ob es sich um Online-Produkte für B2B-Enduser (z.B. Freiberufler wie Rechtsanwälte oder Steuerberater, bzw. Manager verschiedener Industriezweige etc.) oder um Marketing-Solutions für B2B Marketing Manager handelt.

Fachmedien-Unternehmen haben i.d.R. historisch bedingt den Fokus oft stärker auf einer dieser beiden Zielgruppen: B2B-Enduser (Leser) oder die B2B Marketing Manager. Das muss daher bei der Diskussion über passende Online-Geschäftsmodelle zwingend ganz zu Beginn der Diskussion stehen. In vielen Blogs, Artikeln oder Studien wird das nicht differenziert. Auch und gerade bei der Betrachtung von internationalen Best Cases und den möglichen Learnings für das eigene Business – ansonsten führt es zu falschen Annahmen und Schlussfolgerungen die in eine Sackgasse führen müssen.

Zu der Ausrichtung von Fachmedien im Hinblick auf die Thematik „Veränderungen durch B2B-Enduser vs. Veränderungen durch B2B Marketing Manager“ hat die Unternehmensberatung booz & co im Jahr 2008 eine exzellente Präsentation für American Business Media erstellt, in der u.a. die Ansicht vertreten wird, das man sich für eine dieser beiden Ausrichtungen entscheiden muss.

Bei Online-Produkten für „B2B-Enduser“ handelt es sich z.B. um verschiedene Marketing-Tools wie Online-Werbung und Angebote zur Lead Generation. Genau diese hat der oben zitierte Artikel im Fokus. Mindestens genauso wichtig sind jedoch die Online-Produkte für die Endnutzer. Das sind i.d.R. mehr oder weniger exklusiver Content, aggregierte Daten bzw. webbasierte Datenprodukte sowie Workflow Applications, die im Subscription-Modell vertrieben werden. Diese Online-Produkte werden unter dem Begriff Business Information subsumiert  (manche nennen das auch Professionell Publishing). Solche Paid Content Debatten, sofern sie sich auf B2B-Märkte beziehen, fallen in genau diese Kategorie.

Quelle: Media Business, October 2009, Seite 8+9 sowie zahlreiche eigene Recherchen & Meinungen von Markus Caspari

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Zukünftige Aktivitäten der Medienunternehmen

Dezember 19, 2009

Eine Trendumfrage von HORIZONT unter den 100 größten Medienunternehmen, auf die 42 Manager antworteten, befragte unter anderem die Bedeutung verschiedener Aktivitäten für Medienunternehmen und bildete daraus ein Ranking. 

Im Bereich der Publikums- und Fachverlage war das Ergebnis wie folgt:

Platz 1: Auf- und Ausbau neuer Geschäftsfelder
Platz 2: Entwicklung neuer Medienprodukte
Platz 3/4: Investition in digitale Medien
Platz 3/4:  Verstärktes Kostenmanagement
Platz 5: Beteiligung an inländischen Medien
Platz 6: Ausbau des Auslandsgeschäfts
Platz 7: Kooperation mit anderen Medienhäusern
Platz 8: Verkauf von Beteiligungen

Quelle: HORIZONT 47/2009 vom 19.11.2009, Seite 36

Persönliche Anmerkung:  Im Rahmen meines berufsbegleitenden BWL-Studiums (Schwerpunkt Marketing) beschäftigte ich mich insbesondere mit den Themenfeldern Strategisches Management / Marketing, Corporate Development sowie Business Development. Oben genannte Entwicklung hatte ich frühzeitig antizipiert und untersuchte daher  im Jahr 2005 in meiner Diplomarbeit genau diese Fragestelltung: „Status-quo und Entwicklungsperspektiven für Fachmedien – Eine Untersuchung zur Bestimmung neuer Geschäftsfelder und deren strategische Ausrichtung“.

Gestern erschien zur gleichen Thematik eine neue Studie der Deutschen Fachpresse: Wege in die Zukunft – Herausforderungen für Fachverlage 2010/2013.

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