M&A Aktivität bei Medien & Marketing

Dezember 4, 2008

Der aktuelle M&A Overview von „The Jordan, Edmiston Group, Inc. (JEGI)“ beleuchtet die gesamten M&A Aktivitäten für die Branchen „Media, Information, Marketing Services & Related Technologies“ von Januar bis September 2008 und vergleicht die Veränderungen mit dem Zeitraum Januar bis September 2007.

Sektor „business-to-business magazine“: Hier sank die Anzahl der Transaktionen im Zeitraum Januar bis September 2008 um 36% verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr. Noch deutlicher sind die Rückgänge, wenn man den Gesamtwert der Transaktionen betrachtet – er sank um 87%.

Sektor „consumer magazine“: Hier sieht es bei den M&A Aktivitäten ähnlich aus: die Anzahl der Deals sank um 28% und der Gesamtwert der Transaktionen sank um 95%.

Sektor „database and information services“: Dieser Bereich ist sehr aktiv. Die Anzahl der Mergers & Acquisitions stieg um 64%. Der Gesamtwert der Transaktionen ist gesunken. Bereinigt man jedoch die Zahlen von 2007 um die Akquisition von Reuters durch Thomson, dann ergibt sich fast eine Verdopplung des Gesamtwertes der Transaktionen in diesem Sektor.

Sektor „marketing and interactives services“: Die Anzahl der M&A-Deals stieg um 13%.

Sektor „online media and technology“: Dieser Bereich war mit 218 Transaktionen und einem Gesamtwert von 7,7 Milliarden US$ ebenfalls sehr aktiv. Besonders interessant dabei für Unternehmen aus den Bereichen Business Media & Business Informationen : Der größte Anstieg an Transaktionsvolumina war im „niche online content business“ zu verzeichnen.

Die vollständige Pressemeldung mit allen Zahlen gibt es unter: http://www.jegi.com/files/docs/Press_10-02-08.pdf

Quelle: Pressemeldung vom 02.10.2008, The Jordan, Edmiston Group, Inc. (JEGI).

Der M&A Bericht bestätigt eindrucksvoll in welche Richtung sich neue Geschäftsfelder im Mediensektor  und der Informationsindustrie entwickeln.


Zukunftsmodell für Fachmedien und B2B-Kommunikation?

November 22, 2008

Das bekannte „PC Magazine“ vom Medienunternehmen Ziff Davis stellt nach 27 Jahren seine Printausgabe ein und erscheint nur noch online. Die Ausgabe Januar 2009 wird die letzte Zeitschrift sein. Das PC Magazine wird eine 100% digitale Publikation.

Im Gespräch mit paidcontent.org sagte Jason Young, der CEO von Ziff Davis, die Online-Erlöse der Medienmarke PCMag sind seit 2001 durchschnittlich je Jahr um 42 Prozent gestiegen. Über 70% der derzeitigen Erlöse der Medienmarke PCMag werden online generiert. Das Online-Magazin ist profitabel. Trotz des schwierigen ökonomischens Umfelds sind die Umsätze der Marke im Quartal 3/2008 über 18 Prozent gestiegen. Laut paidcontent.org sind von der Einstellung der Printausgabe etwa sieben Personen der Print-Produktion betroffen. Die Redakteure tangiert die Thematik nicht, da sie alle für das Online-Magazin schreiben.

Ziff Davis hat die Turbolenzen der Vergangenheit genutzt und sich zu einem wirklich integrierten Medienunternehmen entwickelt, wodurch solche einschneidenden Handlungsoptionen überhaupt möglich sind. Prozentuale Umsatzzuwächse wie oben zitiert sind zwar mit großer Vorsicht zu genießen. Damit wird oft Augenwischerei betrieben, wenn man nicht weiß auf welchem absoluten Niveau sich die Umsätze bewegen. Im Falle von Ziff Davis ist dies jedoch nicht der Fall, denn laut Angaben des CEO im paidcontent.org-Gespräch liegen die nicht veröffentlichen Online-Umsätze der Marke bei „tens and tens of millions of dollars.

Solche Meldungen wird man meines Erachtens in Zukunft öfter hören – zuerst bei solchen Medien, deren Print-Profitabilität schwächelt. Natürlich sind zunächst die IT-Fachmedien und IT-Consumer-Medien davon betroffen, das liegt an deren Zielgruppen und Online-Affinität. Für andere Zielgruppen ist es jedoch nur eine Zeitfrage bis die Onlinenutzung von Medien ein ähnliches Niveau erreicht wie bei IT- und Softwarepublikationen.  Die Entwicklung wird in eine ähnliche Richtung gehen, nur eben langsamer und weniger intensiv. Ein genaues Zeitfenster zu prognostizieren wäre unseriös und mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Diese Tendenzen werden selbstverständlich auch B2B-Marketing und B2B-Kommunikation erheblich prägen.

Gerade deutsche Printmedien (gattungsübergreifend) haben noch viel Nachholbedarf und müsser daher stärker als bislang den Auf- und Ausbau neuer Geschäftsfelder, ihrer Online-Aktivitäten und des E-Business forcieren.

Weniger reden und mehr handeln ist angesagt. Antizyklisch agieren und langfristig denken benötigt Mut. Auch viele Ausrichter von Kongressen und Tagungen setzen leider nicht ansatzweise die eigenen Ratschläge in die Praxis um, die sie in ihren Veranstaltungen den Teilnehmern propagieren.

Quellen: paidcontent.org, PCMag.com

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Webinar-Industrie im Jahr 2014 – ein 3,4 Milliarden US$ Markt

November 12, 2008

Mehr und mehr B2B-Marketing Manager setzen Webkonferenzen oder Webcasts ein. Melanie Turek von Frost und Sullivan sagte laut der Zeitschrift BtoB kürzlich in einem Webinar von BtoB,  das die Webinar-Industrie in 2007 ein 83,3 Millionen US$ Markt war. Für das Jahr 2014 sagt sie ein Marktwachstum auf 3,4 Milliarden US$ voraus.

Bei Webinaren ist weniger die Quantität der Leads entscheidend, sondern vielmehr die Qualität. Ein Webinar hat für die Marketing Manager den Vorteil, dass man sehr exakte Reportings erhält. Neben den Informationen aus den Registrierungsformularen ist beispielsweise ersichtlich, wie lange die einzelnen Personen teilgenommen haben und welche Fragen sie gestellt haben. Darüber hinaus können während einem Webinar jederzeit Umfragen gestartet werden, um weitere aufschlussreiche Informationen zu sammeln.

Das B2B-Marketing sollte darauf achten, dass die Einladungen für Webinare bereits vier bis sechs Wochen im Voraus versendet werden, um den maximalen Webinar-Erfolg zu erzielen.

Quelle: BtoB, October 13, 2008, Seite 14

Anmerkung: In dem oben genannten Artikel wird von Webkonferenzen, Webcasts und Webinaren gesprochen. Teilweise habe ich den Eindruck, dass die Begriffe synonym verwendet werden – was methotisch nicht ganz korrekt wäre. Worauf sich die oben genannten 3,4 Milliarden US$ ganz genau beziehen (Webkonfernzen, Webcasts oder Webinare oder ggf. alles in Summe) ist für mich nicht erkennbar.

Unabhängig von genauen Umsatzprognosen bin ich überzeugt, dass die Bedeutung von allen drei Bereichen (Webinare, Webcasts und Webkonfernzen) für die B2B-Kommunikation in den nächsten Jahren massiv zunehmen wird – wenn auch nicht so stark wie in dem oben genannten Artikel.


Incisive Media setzt auf Open Source CMS

November 8, 2008

Incisive Media, ein internationales B2B-Medienunternehmen mit 2000 Mitarbeitern und Hauptsitz in England, ist in den letzten Jahren durch Zukäufe und auch organisch stark gewachsen. Dort beginnt man Ende 2008 / Anfang 2009 mit der Einführung eines neuen Web Content Management Systems (WCMS).

Derzeit generiert das Fachmedien-Unternehmen mit mehr als 100 Online-Fachmedien über 35 Millionen Page Views pro Monat. Es werde über ein Jahr dauern, mehr als 50 Websites auf das neue CMS zu konvertieren.

Das neue Content Management System wird von einem Incisive Media Team in U.K. entwickelt und basiert auf einer Open Source Plattform und ist auf die speziellen Bedürfnisse des B2B-Medienunternehmens zugeschnitten. Dabei wird berücksichtigt, dass das Incisive Media Geschäft in den USA, z.B. im Segment „Recht“, stark auf Subscription-Geschäftsmodellen basiert und das U.K.-Business von Incisive Media stark von Advertising-Geschäftsmodellen abhängt.

Quelle: BtoB MediaBusiness, September 2008, Seite 8


Bannergröße wichtiger Faktor für Click-Trough-Rate (CTR)

November 1, 2008

Im B2B Online-Marketing Blog von Jens Stolze erschien kürzlich ein Beitrag, wonach Doubleclick in einer aktuellen Analyse ermittelt hat, das größere Bannerformate bessere Klickraten erzielen. Half Page Ads (300 x 600) hatten in der Erhebung Klickraten größer als 0,2 Prozent. 

Die Bannergröße korrliert daher mit der Click-Trough-Rate (CTR). Das Ergebnis ist nicht erstaunlich. Interessanter sind schon die aktuellen Klickraten der einzelnen Bannerformate. Bei dieser Erhebung darf jedoch nicht vergessen werden, dass auch zahlreiche andere Parameter erheblichen Einfluss auf den Erfolg einer Kampagne haben.

Quellen: B2B Online Marketing Blog und Internet World


„Best of Business-to-Business” Award 2008

Oktober 21, 2008

Der “Best of Business-to-Business Kommunikation” – kurz BoB – ist der einzige deutschsprachige Konzept- und Kreativ-Wettbewerb für Deutschland, Österreich und die Schweiz, den der Kommunikationsverband e.V., Hamburg, seit 11 Jahren (1997) für die Business-to-Business-Kommunikation ausschreibt. Mit dem „BoB“ zeichnet der Verband seit 1997 herausragende B2B-Kommunikation aus. Einsendeschluss ist der 19. Dezember 2008. Die Preisverleihung ist voraussichtlich am 21. April 2009 im Frankfurt a.M.

In diesem Jahr lautet die Leitidee „Kreative Kommunikation. Effiziente Ergebnisse.“

Es kann in sieben Disziplinen teilgenommen werden:

1. Integrierte Kommunikationskampagne
2. Corporate Publishing
3. Dialogmarketing und Verkaufsförderung
4. Anzeigen(-serien) und Beilagen(-serien)
5. Multimedia- und digitale Anwendungen inkl. Bewegbild-Kommunikation
6. Public Relations (inkl. Interne Kommuikation, Externe Kommunikation)
7. Live-Communication und Messen

Quelle: Kommunikationsverband

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Future Advertising – Strategien und Trends

Oktober 18, 2008

Die Akademie des Deutschen Buchhandels veranstaltet am 12. November 2008 im Literaturhaus München einen „Anzeigen-Gipfel“ für Fachmedienunternehmen. Es werden Trends und veränderte Kundenansprüche im Anzeigenmarketing von Fachverlagen aufgezeigt. Dabei wird erläutert wie Print und Online sinnvoll kombiniert werden. Dabei kommen u. a. zu Sprache: Crossmedia-Pakete, Werbewirkungsforschung, Pricing, Ad Specials und Mobile Advertising.

 

Zu den Referenten gehören unter anderem: Prof. Dr. Peter Wippermann (Geschäftsführer Trendbüro), Michael Beilfuß (Verlagsleiter Computerwoche CIO), Dr. Michael Hallemann (Leiter Mediaforschung & Service, Gruner + Jahr), Norbert Stahl (Büro für Medien Norbert Stahl) und Thomas Szász (Managing Director Smartshop Strategies).

 

Quelle: Akademie des Deutschen Buchhandels

 

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Studie zur Zukunft der Medien

März 9, 2008

TIMElabs aus Frankfurt hat bereits im vergangenen Jahr eine gute Studie veröffentlicht: „GRID MEDIA. (Überlebens-)Strategien für Publisher im digitalen Zeitalter.“ Die mir erst jetzt vorliegende Studie beschäftigt sich mit dem digitalen Strukturwandel und die dafür sofort notwendigen Handlungen für Publisher. Zielgruppe der Studie sind die Medienmanager aus den klassischen Print-Verlagshäusern. Da mir bislang keine bessere Studie zu dieser Thematik bekannt ist, folgt nachfolgend eine kurze Summary.

Zunächst werden viele New Economy und Web 2.0 Basics erläutert, die für mit dem Thema vertraute Personen leider nur überflüssige Wiederholungen sind. Diese Erklärungen sind jedoch für Medienmanager mit primären Print-Background als sehr guter Einstieg geeignet, da dort in komprimierter Form alle Grundlagen thematisiert werden. Das gleiche gilt für die teilweise umfangreichen historischen Abrisse. Die einzelnen Kapitel enthalten teils redundante Informationen, weshalb die jeweilige Zielgruppe (Business Development Manager, Medienmanager, Redaktionsmanager, Anzeigenleiter, Verlagsleiter) auch nur die für sie jeweils besonders geeigneten Kapitel rezipieren kann. Für Leser der kompletten Studie wiederholen sich daher manchmal einige Punkte. Ich empfehle dennoch das komplette Lesen der etwa 400 Seiten starken Studie.

Sehr gut sind die auf das wirklich wesentliche komprimierten 200 internationalen Best Cases, die viele Anregungen für das eigene Business geben. Es ist jedoch nicht einfach eine Aufzählung bekannter Websites wie Flickr, Myspace und Co, sondern vor allem auch weniger bekannte Unternehmen werden vorgestellt. In der Studie gibt es zudem auch Hinweise auf gescheiterte Online-Strategien, um die Wiederholung von typischen Fehlern zu vermeiden.

Kern der Studie ist der neu geschaffende Marketingbegriff „Grid Media“. Es ist das zentrale Denkmuster an dem sich die Autoren orientieren. Das „Grid Media“ besteht aus vier Sphären: Content, Werbung, Technologie und Profile. Unter diesem Begriff werden alle Überlegungen subsummiert – „es ist der Raum aller Ressourcen“.

Ein großer Bestandteil ist der Essay „Data Industries“. Weitere behandelte Themen sind u.a. die sogenannten „Prosumenten“ und selbstverständlich auch Klassiker wie „User generated Content“ und „Data-Mining“. Gefreut habe ich mich auch, dass das Access-Gesetz von Jeremy Rifkin in der Studie vorkommt – der Autor eines meiner meist geschätzten Bücher.

Die Handlungsmuster für einzelne Medien-Unternehmen gewährleisten  die Umsetzbarkeit der Studie in die Praxis. Dadurch bleibt sie nicht einfach nur eines von vielen Papern, welches im Aktenordner verschwindet – getreu dem Motto „gelesen, gelacht, gelocht“. Für folgende sechs Publishing-Häuser gibt es differenzierte Handlungsmuster: 1. regionale Tageszeitungsverlagsgruppe, 2. überregionaler Tageszeitungsverlag, 3. Special Interest Zeitschriftenverlag, 4. Großer Publikumsverlag, 5. Spezialisierter Fachinformationsanbieter, 6. Fachverlagsgruppe.

Ein häufig zitiertes Musterbeispiel ist Thomson. Beinahe das gesamte Business-Modell ist digitalisiert – bereits 69% der Erlöse werden laut der Studie mit digitalen Produkten und Dienstleistungen erzielt. Bei einer Gewinnmarge von 19%.

Gut ist auch die Übersicht mit der neuen, grundlegend geänderten Publishing-Wertschöpfungskette.

Eine der zentralen Nachrichten der Studie: Die Medienanbieter müssen sich als Dienstleister Ihrer Fach-Community verstehen – übrigens ebenfalls auch zentrales Ergebniss meiner Diplomarbeit aus dem Jahr 2005, die sich mit neuen Geschäftsfeldern für B2B-Medienunternehmen beschäftigte.

Mein Fazit: Absolutes „must-have“ für jeden Medienmanager. Ein Werkzeugkasten für neue Geschäftsfelder und den dringend notwendigen Umbau der Wertschöpfungskette von Medien-Unternehmen.

Quelle: Studie „GRID MEDIA“ von TIMElabs


Web 2.0 & B2B: Fallstudie aus dem Bereich „Pharma und Medizintechnik“

Februar 13, 2008

Eine Fallstudie von Jupiter Research für die Medizinbranche zeigt, dass sich ein Drittel der Ärzte in fachspezifischen Online-Communities engagieren. 63 Prozent dieser Ärzte, die in Communities aktiv sind, nahmen auch an Marketing-Maßnahmen von Pharma-Unternehmen teil. Bei den Ärzten ohne Ambitionen im Web 2.0 lag die Quote nur bei 53 Prozent.

Die in sozialen Netzwerken aktiven Medizinier gelten als einflussreiche Meinungsführer, die andere Ärzte und auch Patienten informieren. Daher kommt Jupiter Research zu dem Ergebnis, dass es sich für große Unternehmen lohne, über einflussreiche Ärzte zu werben – zumindest im Bereich Pharma und Medizin.

Quelle: ECIN


B2B Online-Marketing in 2008

Februar 3, 2008

Jens Stolze von creative360 hat in einem Whitepaper folgende fünf B2B-Online-Marketing-Trends für 2008 definiert:

1. Optimierung von Einstiegssteiten

2. Stärkung der Lead-Generierung 

3. Erweiterung des Portal-Marketings

4. Optimierung der Suchmaschinen-Werbung

5. Einsatz von Cross-Online-Marketing

Ich bin ebenfalls überzeugt, dass sowohl die Stärkung der Lead-Generierung z.B. durch Whitepapers und Podcasts als auch die Erweiterung des Portal-Marketings noch weiter an Bedeutung gewinnen. Wie Jens Stolze zutreffend beschreibt, müssen die Fachmedien neue Geschäftsfelder entwickeln. Deswegen müssen viele Branchenportale überarbeitet oder gänzlich neu konzipiert werden. Einige Medienunternehmen haben bereits den ersten Schritt getan.

Die anderen drei genannten Punkte halte ich für keine Trends im eigentliche Sinne, sondern zähle sie bereits zu den wichtigen Basics.

Link zur Studie: B2B Online-Marketing Trends 2008

Quelle: B2B Online-Marketing Blog