Paid Content: Handelsblatt launcht Newsletter

April 16, 2009

Paid Content:  Mit dem „Handelsblatt Business Briefing für Anlageberater“ publiziert das Handelsblatt ab sofort einen Newsletter für Anlage- und Vermögensberater. In dem PDF-Produkt schildern Experten neue Entwicklungen auf den Gebieten der Geldanlage, im Steuer- und Kapitalmarktrecht sowie bei volkswirtschaftlichen Themen und erläutern verschiedene Anlageprodukte.

Hintergrund für die Erweiterung des zielgruppenspezifischen Newsletterangebots sind die fortwährenden Änderungen der Rahmenbedingungen im Bereich der Anlage- und Vermögensberater. Neue Gesetze und Verordnungen, eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte und ein wechselndes Kundenverhalten zwingen Berater heute zunehmend, sich ständig zu informieren und neue Strategien zur Kundengewinnung und -bindung zu verfolgen. Beispiele dafür sind die aktuelle Zinsentwicklung oder die vom Gesetzgeber angestrebte Verschärfung der Protokollpflicht von Beratungsgesprächen.

Bei den Inhalten setzt das Handelsblatt auf Experten aus der Praxis, deren Beiträge immer aktuelle Themen mit den nötigen Hintergrundinformationen für die tägliche Berater-Praxis bieten. Neben fachlichen Themen werden Beiträge zur Förderung der eigenen Karriere veröffentlicht.

Der neue Newsletter erscheint monatlich und kostet 99,00 Euro im Jahresabonnement bzw. 9,90 Euro pro Monat. Interessenten erhalten zunächst zwei kostenlose Ausgaben. Die erste Ausgabe erschien am 8. April 2009. Weitere Informationen  unter www.handelsblatt-anlageberater.de.

Quelle: Pressemitteilung Handelsblatt

Das Handelsblatt ist ein weiterer Beleg dafür, das Paid Content derzeit wieder modern ist. Paid Content Newsletter mit hochwertigen „must have“ Premium-Inhalten, die den Rezipienten unmittelbaren Mehrwert bieten und die nicht einfach durch kostenfreie Inhalte zu substituieren sind, halte ich für sehr erfolgsversprechend. Der Handelsblatt Newsletter ist ein gutes Beispiel dafür, wie B2B-Contentanbieter ohne größere Infrastrukturinvestitionen branchspezifische Online-Angebote launchen könnten, die nicht werbefinanziert sind und für relative stabile, „nicht-zyklische“ Erlöse sorgen.

Mein Blogeintrag vom Juni 2008 beschäftigte sich mit den Erfolgsfaktoren von Paid Content. Ebenfalls erschien kürzlich ein guter Artikel in Spiegel Online zum Comeback des Paid Content im Zusammenhang mit den Existenzängsten der überregionalen Tageszeitungen am Beispiel der New York Times.

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„ABCD“ der Business Information

März 9, 2009

Der Begriff Business Information ist sehr weit gefasst und oft stellt man leider fest, das selbst unter Fachleuten viele Unsicherheiten und Irritationen bestehen, was darunter zu verstehen ist und was eben nicht. Die InfoCommerce Group ist ein Consulting & Research-Untenehmen, das sich auf die „data publishing industry“ spezialisiert hat.

Das Unternehmen hat eine hervorragende Übersicht zu den verschiedenen „Business Information“-Themenbereichen veröffentlicht. Insgesamt wurden 4 Hauptbereiche definiert, die sich in 16 Unterkategorien aufteilen. Diese wurden widerum in 49 Einzelthemen segmentiert.

Zu den vier Hauptbereichen gehören gemäß dieser Definition:

1. Applications Models, 2. Business Models, 3. Content Models und 4. Distribution Models, die  als „ABCD der Business Information“ bezeichnet werden. Die Grafik ist eine sehr gute Orientierung zur Einordnung von Business Information Produkten. In einem PDF werden Praxis-Beispiele  zu jedem der 49 Einzelthemen zitiert.

Quelle: InfoCommerce Group

Copyright 2008, InfoCommerce Group, Inc.


Business Information & Unternehmenswert

März 2, 2009

Traditionelle B2B Medienunternehmen müssen sich nicht nur wegen der veränderten Unternehmensumwelt intensiv Gedanken über ihre künftigen Geschäftsmodelle machen. Auch der Unternehmenswert lässt sich deutlich steigern, wenn Fachmedien-Unternehmen nicht als Anbieter von B2B Magazinen wahrgenommen werden, sondern sich als  Business Information Anbieter positionieren. Die Bewertungen für Business Information Companies sind von einem „Revenue Multiple“ von 2,8 (Jahr 2004) bis auf 3,7 (YTD Mai 2008) gestiegen. Die „Revenue Multiples“ im Bereich B2B magazines haben sich seit 2004 nicht wesentlich verändert – im Mai 2008 betrug der „Revenue Multiple“ 2,1.

Aktuelle Anmerkung: Auch wenn sich die Bewertungen durch die derzeitige Wirtschaftslage mittlerweile vermutlich signifikant verändert haben, sind die daraus abzuleitenden Erkenntnisse und Handlungsnotwendigkeiten für B2B Marketing Dienstleister bzw. Fachverlage unverändert.

Quelle für die „Revenue Multiples“: The Jordan Edmiston Group, Inc. (JEGI), New York: Jegi Transaction Database

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Informationsindustrie: Wachstum & Trends

Februar 7, 2009

Mit Ausnahme der Tageszeitungen, die immer stärker mit den Vorteilen des Web zu kämpfen haben (siehe dazu auch den aktuellen Artikel bei Spiegel Online zur Krise bei der New York Times und den Überlegungen zum Comeback des Paid Content im B2C), ist die Informationsbranche in 2008 leicht um 2,3% auf 399,6 Millarden US$ gewachsen. So lauten die vorläufigen Zahlen von Outsell Inc. während der SIIA Information Industry Summit, die Ende Januar in New York stattfand. Die Teilnehmerzahlen der Veranstaltung lagen 20-25% unter dem Vorjahr – was jedoch auch so vom Veranstalter erwartet wurde.

In der Keynote eines „Medien-CEOs“ zur Veranstaltung hieß es, dass viele Informationsunternehmen die letzten 10 Jahre damit verbracht haben, neue Wege im Web zu suchen, um weiterhin alte Dinge zu tun. In Zukunft werde es jedoch zunehmend wichtiger, Technologien und Anwendungen zu entwickeln, die über die reine Lieferung von Inhalten hinausgehen.

Der President eines anderen Medienunternehmens sagte, dass Content in B2B immer noch eine Rolle spiele und zwar besonders dann, wenn der Content maßgeblich zur Entscheidungsfindung beiträgt. Dafür wird die Bauindustrie als Beispiel herangezogen, in der Bauherren, Bauträger und Zulieferer enorme Investitionen tätigen und daher auch bereit sind für solche Informationen zu bezahlen, die für bessere Entscheidungen sorgen.

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Quelle: btobonline.com


Zukunftsmodell für Fachmedien und B2B-Kommunikation?

November 22, 2008

Das bekannte „PC Magazine“ vom Medienunternehmen Ziff Davis stellt nach 27 Jahren seine Printausgabe ein und erscheint nur noch online. Die Ausgabe Januar 2009 wird die letzte Zeitschrift sein. Das PC Magazine wird eine 100% digitale Publikation.

Im Gespräch mit paidcontent.org sagte Jason Young, der CEO von Ziff Davis, die Online-Erlöse der Medienmarke PCMag sind seit 2001 durchschnittlich je Jahr um 42 Prozent gestiegen. Über 70% der derzeitigen Erlöse der Medienmarke PCMag werden online generiert. Das Online-Magazin ist profitabel. Trotz des schwierigen ökonomischens Umfelds sind die Umsätze der Marke im Quartal 3/2008 über 18 Prozent gestiegen. Laut paidcontent.org sind von der Einstellung der Printausgabe etwa sieben Personen der Print-Produktion betroffen. Die Redakteure tangiert die Thematik nicht, da sie alle für das Online-Magazin schreiben.

Ziff Davis hat die Turbolenzen der Vergangenheit genutzt und sich zu einem wirklich integrierten Medienunternehmen entwickelt, wodurch solche einschneidenden Handlungsoptionen überhaupt möglich sind. Prozentuale Umsatzzuwächse wie oben zitiert sind zwar mit großer Vorsicht zu genießen. Damit wird oft Augenwischerei betrieben, wenn man nicht weiß auf welchem absoluten Niveau sich die Umsätze bewegen. Im Falle von Ziff Davis ist dies jedoch nicht der Fall, denn laut Angaben des CEO im paidcontent.org-Gespräch liegen die nicht veröffentlichen Online-Umsätze der Marke bei „tens and tens of millions of dollars.

Solche Meldungen wird man meines Erachtens in Zukunft öfter hören – zuerst bei solchen Medien, deren Print-Profitabilität schwächelt. Natürlich sind zunächst die IT-Fachmedien und IT-Consumer-Medien davon betroffen, das liegt an deren Zielgruppen und Online-Affinität. Für andere Zielgruppen ist es jedoch nur eine Zeitfrage bis die Onlinenutzung von Medien ein ähnliches Niveau erreicht wie bei IT- und Softwarepublikationen.  Die Entwicklung wird in eine ähnliche Richtung gehen, nur eben langsamer und weniger intensiv. Ein genaues Zeitfenster zu prognostizieren wäre unseriös und mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Diese Tendenzen werden selbstverständlich auch B2B-Marketing und B2B-Kommunikation erheblich prägen.

Gerade deutsche Printmedien (gattungsübergreifend) haben noch viel Nachholbedarf und müsser daher stärker als bislang den Auf- und Ausbau neuer Geschäftsfelder, ihrer Online-Aktivitäten und des E-Business forcieren.

Weniger reden und mehr handeln ist angesagt. Antizyklisch agieren und langfristig denken benötigt Mut. Auch viele Ausrichter von Kongressen und Tagungen setzen leider nicht ansatzweise die eigenen Ratschläge in die Praxis um, die sie in ihren Veranstaltungen den Teilnehmern propagieren.

Quellen: paidcontent.org, PCMag.com

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Studie: Medienstrategien im Online-Business

Oktober 30, 2008

Deutsche Zeitschriftenverlage erzielen heute ihre Umsätze im Internet überwiegend mit klassischer Online-Werbung. Zukünftig versprechen sich die Verlage insbesondere von den neuen Erlösquellen Online-Videowerbung und E-Commerce (elektronischer Handel) die höchsten Wachstumschancen. Das klassische Anzeigengeschäft (relativer Anteil am Gesamtumsatz 2007: 46,4 Prozent) bleibt zwar Hauptumsatzquelle der Verlage, allerdings werden sich die Budgets teilweise ins Netz verlagern. Bis 2011 wird für das Internet insgesamt mit einer Erhöhung des Umsatzanteils von 5,4 Prozent in 2007 auf durchschnittlich 13 Prozent gerechnet – dieser Umsatz wird allerdings mit einem Mix von verschiedenen Erlösquellen und Geschäftsmodellen erwirtschaftet. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Digitale Erlösquellen für Verlage“, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverlege(VDZ) in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG und Prof. Dr. Manfred Schwaiger von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) durchgeführt hat.

Für die Studie wurden die schriftlichen Antworten von 78 Vorständen, Geschäftsführern, Verlags-, Bereichs- und Abteilungsleitern ausgewertet. Die Studie enthält aktuelle Markteinschätzungen und Prognosen, klassifiziert die Erlösquellen der Verlage im Online-Bereich und zeigt potenzielle Umsatzrisiken sowie Investitions- und Kosteneinspar- maßnahmen auf. Die Studie wird ergänzt durch internationale Verlagsprofile aus Europa und den USA.

Mittlerweile sind fast 70 Prozent der Deutschen regelmäßig online. Das birgt ein enormes Werbe- und Transaktions- potenzial, auch für die Verlage, die ihre Vermarktungsstrategien entsprechend justieren. Um die Vermarktung und Umsetzung crossmedialer Kampagnen zu erleichtern, setzen mittlerweile fast zwei Drittel der befragten Verlage auf die gemeinsame Vermarktung von Print und Online“, erklärt Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Digitale Medien und Neue Geschäftsfelder beim VDZ. „Fast 40 Prozent der befragten Verlagshäuser haben zudem im Online-Bereich eine zentrale Anzeigenvermarktung aller verlagseigenen Websites eingeführt.“

Zu den wichtigsten Online-Umsatzquellen im Geschäftsjahr 2007 zählt neben der klassischen Online-Werbung auch die Online-Abonnement-Generierung für die hauseigenen Printtitel. Signifikante Wachstumsimpulse versprechen sich die Verlage außerdem für die Bereiche Online-Videowerbung und E-Commerce. So planen knapp 40 Prozent der Befragten, im Bereich der Online-Videos aktiv zu werden, rund 24 Prozent sind es derzeit bereits. Den Anteil der Online-Videos am Gesamtumsatz in 2011 veranschlagt die Studie mit 4,7 Prozent – Tendenz steigend. „Die Verlagshäuser sind im Begriff, sich zu integrierten Medienhäusern zu entwickeln, die sämtliche Medienkanäle mit ihren Angeboten bedienen können“, so Dr. Markus Kreher, Partner bei KPMG. „Andererseits erschließen sie neue Geschäftsfelder neben der Vermarktung von Inhalten, um über Differenzierungsstrategien von anderen Geschäftsmodellen zu profitieren und ihre Wertschöpfungs- ketten zu verlängern.“

Die vollständige Studie ist unter www.vdz.de erhältlich. Die gedruckte Broschüre kostet 49€, für VDZ-Mitglieder 39€ oder als pdf-Download 59€ (jeweils zzgl. MwSt.).

Quelle: VDZ-Pressemeldung


Prognose: B2B Media Spendings 2008 bis 2012

September 5, 2008

Die Kommunikationsausgaben in den USA werden gemäß einer neuen Prognose von Veronis Suhler Stevenson (VSS), ein Private Equity Unternehmen mit Fokus auf Medien & Kommunikation, in 2008 um 5,4% auf 923,91 Milliarden US$ anwachsen.

Die Werbeausgaben für B2B Medien betrugen in 2007 in den USA insgesamt 24,79 Milliarden US$ und sollen von 2007 bis 2012 bei einem jährlichen Wachstum (compound annual growth rate / CAGR) von 5,9% auf 32,95 Milliarden US$ anwachsen.

In 2007 wurden für „Professional & Business Information Services“ 128,27 Milliarden US$ ausgegeben. Bis 2012 wird in diesem Segment – bei einem jährlichen Wachstum (CAGR) von 10% – ein Umsatz von 206,49 Milliarden US$ erwartet. „Professional & Business Information Services“ gehört damit zu den sechs wachstumsstärksten Sektoren des Kommunikationsmarktes.

Für die gesamten Ausgaben über alle US-Kommunikations- sektoren hinweg wird für 2012 ein Wachstum auf 1183 Milliarden US$ erwartet. Das entspräche einer Wachstumsrate (CAGR) von 6,2% für den Zeitraum von 2007 bis 2012. Interessant dabei ist die Prognose von VSS, dass „Broadcast TV“ in 2008 das größte Werbemedium in den USA wird. Das wäre das erste Mal überhaupt, dass Zeitungen nicht mehr diese Position halten. Für 2011 erwartet man, dass „Broadcast TV“ von den Anzeigenausgaben im Internet überflügelt wird.

Quelle: Veronis Suhler Stevenson


Print wird in Zukunft Online ergänzen

September 3, 2008

York von Heimburg, Vorstand der IDG Communications Media AG, wurde von media sepectrum, interviewt. Bei IDG Deutschland wächst Online demnach mit etwas über 20% am gesamten  Publishing-Umsatz überdurchschnittlich und von Heimburg rechnet damit, dass sich der Online-Umsatzanteil in den kommenden Jahren auf 30 bis 35 % erhöhen wird. In den USA habe IDG bereits einen Online-Umsatzanteil von 37%. In Deutschland veranstaltet IDG über 80 Konferenzen im Jahr die 6% zum Umsatz beitragen.

Für von Heimburg werde Print in Zukunft eine Ergänzung zu Online sein. Print sei dann der Vorbereiter für die Internetnutzung, indem Print die Übersicht zu einem Thema bietet und Online dann die Details liefert. Online setzt dabei auf News und Aktualität.

Die Arbeitsprozesse seien bei IDG bereits komplett verändert, denn es gelte, dass Informationen zuerst Online veröffentlicht werden. Die ganze Verlagsorganisation sei darauf ausgerichtet. Auch neue Medienprodukte werde man zunächst Online umsetzen, bevor man über andere Distributionskanäle nachdenkt. Alle Sales-Leiter sind „Web-only-Leute“. Laut von Heimburg ist es ein Irrglaube, dass man Print retten könnte, wenn man neue Meldungen nicht ins Internet stellt und für Print zurückhalte.

White Paper sind für IDG gemäß Interview ein wichtiges Instrument zur Generierung qualifizierter Leads. Laut von Heimburg sind ca. 400 deutschprachige White Paper in der Datenbank gespeichert. Daneben werden Leads unter anderem auch über Webcasts und E-Newsletter erzeugt. Pro Live-Webcast erlöst IDG ca. 50.000 EUR. Auch in Paid Content sieht man vor allem im B2B-Segment eine Zukunft. IDG hat ca. 30.000 bezahlte Online-Abonnementen.

Bei Print setzt York von Heimburg in Zukunft auf Sonderveröffentlichigungen und Corporate Publishing und im Internet beispielsweise auf den Aufbau von Communities pro Medienmarke.

Quelle: media spectrum, Fachmagazin für Medien & Medienplanung, Ausgabe 5.2008, S. 12 – 15


Neue Private Equity Gesellschaft mit Fokus auf Fachinformationen

September 1, 2008

Die Management Capital Holding AG (MCH) ist eine auf Private Equity Finanzierungen spezialisierte Investmentgesellschaft mit Sitz in München und New York. Mit Gründung der neuen Holding „European Professional Publishing Group (EPPG)“ steigt man in das Fachinformationsgeschäft ein.

Die Gruppe strebt europaweite Beteiligungen an Fachverlagen an und hat sich mit Wirkung zum 1. Juli 2008 die erste Beteiligung an einem B2B-Medienunternehmen gesichert. Es handelt sich um den Mehrheitsanteil der Schuh Gruppe an dem Düsseldorfer Branche & Business Fachverlag. Das Unternehmen publiziert seit 60 Jahren Fachinformationen für die Mode- und Textil-Branche, z.B. das TM Fashion Trendmagazin.

Die Hauptgesellschafter der EPPG und Vorstände der MCH bringen mehrjährige Erfahrungen im Bereich Private Equity und in der Durchführung von Unternehmenskäufen mit. Sie beobachten schon lange den Markt für Fachinformationen. Es handelt sich dabei um Michael Hengstmann (mit Stationen bei One Equity Partners und bei Alix Partners) und um Christof Wahl, dem ehemaligen Kabel Deutschland Chef. Geschäftsführer der EPPG wird Ferdinand von Wrede. Er war zuletzt Leiter der Abteilung Business Affairs beim Süddeutschen Verlag in München war.

Laut Michael Hengstmann ist es Ziel der EPPG „die erworbenen Verlage gemeinsam mit dem bestehenden Management oder den Gründerunternehmern organisch weiterzuentwickeln und bei Bedarf neu auszurichten“.

Christof Wahl beschreibt die Strategie der European Professional Publishing Group wie folgt: „Vor dem Hintergrund der zum Teil erheblichen Veränderungen und steigenden Effizienzerfordernisse in industriellen Prozessen werden neue Anforderungen an die Vermittlung und Aufbereitung von Fachinformationen gestellt. Die Anbieter müssen zunehmend in die Nutzung neuer Medien und weiterer Vertriebskanäle investieren. Mit der EPPG wollen wir auch kleinen und mittleren Fachverlagen die Möglichkeit geben, dieses Potential voll zu nutzen“.

Quelle: http://www.management-capital.de/nachrichten.html

Nachfolgend einige persönliche Anmerkungen:

Aus meiner Sicht könnte die Strategie der EPPG sehr erfolgreich sein. Gerade kleine, inhabergeführte Fachinformationsanbieter haben nicht das Know-how und die finanziellen Mittel, um die neuen Herausforderungen im Bereich digitaler Medien zu meistern. Mit einem finanzstarken und insbesondere auf die Branche spezialisierten Private Equity Investor können Synergien gehoben und Skaleneffekte genutzt werden, die mit jedem weiteren Fachverlag überproportional steigen.

Das gilt insbesondere dann, wenn in einer solchen Gruppe Online-Applikationen mehrfach verwendet werden können. Darüber hinaus ist ein Wissenstransfer im Bereich der Online-Fachmedien denkbar, wenn z.B. auch sehr innovative Anbieter von Online-Fachmedien ein Teil des Portfolios sind. Auch Kostensenkungen bei den Printmedien (DTP & Druck) durch eine günstigere Verhandlungsposition gegenüber den Lieferanten spielen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus könnten kleinere B2B-Medienunternehmen Zugriff auf gemeinsame Online-Vertriebskanäle erhalten, die ihnen ansonsten nicht zugänglich wären. Dadurch steigt der Shareholder Value für alle beteiligten Partner, d.h. sowohl für die Private Equity Gesellschaft als auch für die Altgesellschafter der Medienunternehmen.

Durch einen spezialisieren Private Equity Investor erhalten also gerade kleine Fachinformationsanbieter eine Möglichkeit, die von mir bereits im Jahr 2005 im Rahmen meiner Diplomarbeit („Status quo und Entwicklungsperspektiven für Fachmedien – Eine Untersuchung zur Bestimmung neuer Geschäftsfelder und deren strategische Ausrichtung“) geschilderten Struktur-veränderungen zu meistern und können so die dringend notwendigen Handlungsschritte für eine Neuausrichtung rechtzeitig umsetzen. Sehr ähnliche Vorteile ergeben sich selbstverständlich ebenso durch die Einbindung eines kleinen Fachverlages in einen internationalen Medienkonzern.

Bei dem Kauf eines sehr kleinen Fachverlages der sich nur in einer Branche bewegt, ist eine Mehrheitsbeteiligung meines Erachtens sinnvoller als eine Komplettübernahme, da der Gründer oder Inhaber über nicht ersetzbares Branchenwissen und Kontakte besitzt. Natürlich spielt dieser Gesichtspunkt bei allen M&A Geschäften eine wichtige Rolle, jedoch ist er gerade im Bereich der B2B-Medien wesentlich wichtiger als bei anderen Transaktionen z.B. im Bereich der B2C-Medien oder dem Rest des TIME-Sektors (Telecommunication, IT, Media, Entertainment).


Studie „The medium is the message – Outlook for Magazine Publishing in the Digital Age”

August 28, 2008

Die neue Studie “The medium is the message – Outlook for Magazine Publishing in the Digital Age” untersucht den internationalen Zeitschriftenmarkt. Dazu haben die Experten von PricewaterhouseCoopers über 5.000 Konsumenten befragt.

Beleuchtet werden dabei Consumer Magazines und keine Fachmedien. Dennoch sind die Ergebnisse meines Erachtens auch für Business Media Publisher sehr aufschlussreich, denn jeder B2B-Entscheider ist gleichzeitig auch Konsument in seinem privaten Umfeld und überträgt daher private Lese-Gewohnheiten bewusst oder unbewusst auf sein Informations-verhalten im Beruf.

Laut Studie erwirtschaften Zeitschriftenverlage derzeit einen weltweiten Jahresumsatz von rund 80 Milliarden US-Dollar (50,3 Milliarden Euro). Bis 2012 prognostiziert PwC einen Erlösanstieg auf 95 Milliarden US-Dollar. Britische und amerikanische Zeitschriftenverlage erwarten innerhalb der nächsten fünf Jahre 20% Ihrer Umsätze mit digitalen Geschäftsmodellen zu erwirtschaften. Bei den entsprechenden europäischen Medienunternehmen wird im gleichen Zeitraum nur ein Umsatzanteil von 10% mit Online-Aktivitäten erwartet.

Die Studie beleuchtet die Ergebnisse und Auswirkungen aus drei Perspektiven: Konsumenten, Zeitschriftenverlage und Werbeagenturen. Eine Executive Summary komprimiert die wichtigsten Erkenntnisse auf zwei Seiten.

Interessant sind die Untersuchungen zur Zahlungsbereitschaft von Konsumenten für digitale Medien im Vergleich zum jeweiligen Print-Pendant. Die Höhe des Preises ist abhängig von der Art des Angebotes (E-Paper auf Handy oder PC). Die Untersuchungsergebnisse sind differenziert nach Alter der Konsumenten und nach Nationalität. Immer mehr Käufer möchten Zeitschriften auch digital lesen – insbesondere junge Leser. Zahlen möchten die Konsumenten dafür aber weniger als für gedruckte Hefte.

Daher benötigen die Medienunternehmen neue Erlösquellen. Neben Online-Werbeerlösen, die jedoch nicht alleine ausreichen können, seien beispielsweise Online-Shops und Direkt- marketing-Angebote geeignet, um so die Markenpower der Zeitschriften zu nutzen. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise das Versicherungsgeschäft von Reader´s Digest erwähnt. 

Die vollständige Studie zum Download bei PwC

Herausgeber: Pricewaterhouse Coopers LLP, Netherlands, August 2008, 48 S., DIN A4, Softcover.

Quelle: www.pwc.de