Print wird in Zukunft Online ergänzen

September 3, 2008

York von Heimburg, Vorstand der IDG Communications Media AG, wurde von media sepectrum, interviewt. Bei IDG Deutschland wächst Online demnach mit etwas über 20% am gesamten  Publishing-Umsatz überdurchschnittlich und von Heimburg rechnet damit, dass sich der Online-Umsatzanteil in den kommenden Jahren auf 30 bis 35 % erhöhen wird. In den USA habe IDG bereits einen Online-Umsatzanteil von 37%. In Deutschland veranstaltet IDG über 80 Konferenzen im Jahr die 6% zum Umsatz beitragen.

Für von Heimburg werde Print in Zukunft eine Ergänzung zu Online sein. Print sei dann der Vorbereiter für die Internetnutzung, indem Print die Übersicht zu einem Thema bietet und Online dann die Details liefert. Online setzt dabei auf News und Aktualität.

Die Arbeitsprozesse seien bei IDG bereits komplett verändert, denn es gelte, dass Informationen zuerst Online veröffentlicht werden. Die ganze Verlagsorganisation sei darauf ausgerichtet. Auch neue Medienprodukte werde man zunächst Online umsetzen, bevor man über andere Distributionskanäle nachdenkt. Alle Sales-Leiter sind „Web-only-Leute“. Laut von Heimburg ist es ein Irrglaube, dass man Print retten könnte, wenn man neue Meldungen nicht ins Internet stellt und für Print zurückhalte.

White Paper sind für IDG gemäß Interview ein wichtiges Instrument zur Generierung qualifizierter Leads. Laut von Heimburg sind ca. 400 deutschprachige White Paper in der Datenbank gespeichert. Daneben werden Leads unter anderem auch über Webcasts und E-Newsletter erzeugt. Pro Live-Webcast erlöst IDG ca. 50.000 EUR. Auch in Paid Content sieht man vor allem im B2B-Segment eine Zukunft. IDG hat ca. 30.000 bezahlte Online-Abonnementen.

Bei Print setzt York von Heimburg in Zukunft auf Sonderveröffentlichigungen und Corporate Publishing und im Internet beispielsweise auf den Aufbau von Communities pro Medienmarke.

Quelle: media spectrum, Fachmagazin für Medien & Medienplanung, Ausgabe 5.2008, S. 12 – 15

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Paid Content: Todgesagte leben länger

Juni 8, 2008

Horizont berichtete, dass das kostenpflichtige Portal Spiegel Corporate gestartet ist, mit dem auf alle Artikel des Spiegel-Magazins zugegriffen werden kann. Darüber hinaus hat man Zugriff auf weitere Produkte des Spiegel-Verlags wie z.B. das Manager Magazin. Die Preise variieren zwischen 80 EUR / Monat (50 Artikel) und 1.250 EUR / Monat (Artikel-Flatrate) je Monat.

Interessant ist diese Meldung insbesondere vor Hintergrund, dass Paid Content im Web auf der einen Seite seit etlichen Jahren als neues Geschäftsmodell für Medien-Unternehmen propagiert wird, es aber auf der anderen Seite im Web nur sehr wenige gut funktionierende Paid Content-Geschäftsmodelle für Zeitungen und Zeitschriften – egal ob B2B oder B2C – gibt. Daher wird Paid Content auch immer wieder gerne totgesagt.

Paid Content kann – insbesondere bei den Online-Fachmedien – meines Erachtens dann erfolgreich sein, wenn mindestens eines oder besser mehrere der nachfolgenden Kriterien erfüllt sind:

1. Relativ exklusive Inhalte – wissend, dass es vollkommen exklusive Inhalte im Web nicht gibt

2. Besonders starke Medienmarke

3. Personalisierung durch speziell auf die Branche zugeschnittene Web-Anwendungen (ASP / SaaS)

4. Vernetzung von News mit Datenbank-Informationen, wodurch ein neuer bzw. höherer Wert der Informationen entsteht.